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Grauer Star 

Der Graue Star gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen und ist durch eine langsam fortschreitende Eintrübung der Linsen gekennzeichnet. Für den Betroffenen verschwindet die Welt nach und nach hinter einem Schleier und entzieht sich immer mehr seiner Wahrnehmung. 

Ist es möglich, dem Grauen Star vorzubeugen?

Leider nein – sinnvoll sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. Da sich die Erkrankung meist schleichend entwickelt, kann sie lange unentdeckt bleiben.

Welche typischen Symptome verursacht der Graue Star?

Bei den meisten Betroffenen steigt zunächst die Blendempfindlichkeit bei grellem Licht und es bilden sich Höfe um Lichtquellen. Konturen werden verschwommen wahrgenommen als liege ein Schleier über dem Auge, Farben verlieren an Intensität. 

Gibt es Alternativen zum Einsetzen einer künstlichen Linse?

Bisher ist die operative Behandlung die einzige Möglichkeit. Eine Erfolg versprechende medikamentöse Therapie gibt es derzeit nicht. 

Wer trägt ein besonders hohes Risiko an Grauem Star zu erkranken?

Am Grauen Star erkranken vor allem Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben. Zu den Risikofaktoren zählen aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, die Einnahme bestimmter Medikamente, aber auch die Einwirkung von UV-Strahlung und Augenverletzungen. 

Ist es möglich, beide Augen gleichzeitig zu operieren?

Um Ihnen die höchst mögliche Sicherheit und das bestmögliche Ergebnis zu ermöglichen, ist diese OPtion nicht sinnvoll, da es etwas Zeit braucht, bis das Sehvermögen nach dem Eingriff wieder vollständig hergestellt ist. Meist wird das zweite Auge eine bis mehrere Wochen später behandelt.

Gibt es beim Einsetzen einer Kunstlinse Risiken?

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es im Einzelfall zu Wundheilungsstörungen, Blutungen oder zu bakteriellen Infektionen kommen. Auch das Risiko für eine Netzhautablösung ist statistisch leicht erhöht. Bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Abwehrschwächen ist das Risiko für entsprechende Komplikationen unter Umständen höher.

Muss die Kunstlinse nach einiger Zeit ausgetauscht werden?

In der Regel sorgt die Kunstlinse über lange Zeit, meist ein ganzes Leben, für ein verbessertes Sehvermögen und kann, einmal implantiert, dauerhaft im Auge verbleiben. 

Die Erkrankung 

Die auch Katarakt genannte Augenerkrankung entsteht bei 90 Prozent der Betroffenen erst im fortgeschrittenen Alter. Da der Graue Star meist Menschen über 60 betrifft, wird er häufig als "Altersstar" bezeichnet. Das Augenleiden entwickelt sich schleichend über mehrere Jahre hinweg. Der Verlauf ist weitgehend schmerzfrei, daher bleibt der Graue Star häufig lange Zeit unbemerkt. Im Anfangsstadium reagiert das Auge sehr empfindlich auf direkt einfallendes Licht – etwa bei Sonneneinstrahlung oder Blendung bei nächtlichen Autofahrten. Viele Betroffene nehmen Höfe um Lichtquellen wahr und sehen mitunter Doppelbilder. Die Kontraste werden insgesamt schwächer, Umrisse verschwimmen und die Schärfe der gesehenen Bilder nimmt ab. Auch das Farbensehen unterliegt einer Veränderung – Farben verlieren an Intensität und verblassen immer mehr. Im weiteren Verlauf nehmen Betroffene alles wie durch einen leichten Nebelschleier wahr. Erst im fortgeschrittenen Stadium wird die grau-weißliche Eintrübung der Linse auch für den Betrachter sichtbar. Bei einem schweren Verlauf kann der Graue Star zur vollständigen Erblindung führen. 

Fakten zum Grauen Star

  • Symptome: verschlechterte Kontrast- und Farbwahrnehmung, verschwommenes Sehen, hohe Lichtempfindlichkeit, später deutliche Eintrübung der Linse
  • Behandlungsmethode: operativ 
  • Art der Anästhesie: Lokalanästhesie
  • Behandlungsdauer: 15 – 20 Minuten
  • Klinikaufenthalt: ambulant
  • Am meisten betroffen: Menschen über 60

Ursachen bei grauem Star

Die bei gesunden Menschen glasklare Linse sitzt direkt hinter der Pupille. Sie bündelt das einfallende Licht im Augenhintergrund und lässt auf der Netzhaut ein scharfes Bild entstehen. Beim Grauen Star verändern sich die Eiweiße zunehmend. In der Folge kann das Licht nicht mehr ungehindert bis zur Netzhaut vordringen – die Sehkraft ist beeinträchtigt. Warum diese Alterungsprozesse auftreten, ist noch nicht in allen Details aufgeklärt. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass eine ganze Reihe von Faktoren zur Entstehung der Augenkrankheit beitragen. Experten sehen einen Zusammenhang mit altersbedingt veränderten Stoffwechselprozessen und einer unzureichenden Versorgung der Augenlinse mit Nährstoffen. Forschungsergebnisse legen nahe, dass auch genetische Veranlagung eine gewisse Rolle spielt und auch die lebenslange Exposition gegenüber Sonnenlicht eine wichtige Rolle spielt.

Neben dem Alter gibt es Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit, am Grauen Star zu erkranken, erhöhen. So die Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel Kortison. Ebenso erhöhen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Augenverletzungen oder Augenleiden wie ein Glaukom das Risiko. Auch wenn das Auge häufig UV-Strahlung oder großer Hitzeeinwirkung ausgesetzt ist, wie etwa bei Stahlarbeitern oder Glasbläsern, kann dies zu einem Grauen Star beitragen. 

Die Grauer-Star-Operation

Moderne minimalinvasive OP-Verfahren ermöglichen eine sichere risikoarme Behandlung des Grauen Stars. Bei dem kurzen schmerzfreien Eingriff wird die erkrankte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt. Die operative Behandlung des Grauen Stars gehört zu den Spezialgebieten von Prof. Dr. Marcus Kernt, der über jahrelange Erfahrung in der Kataraktchirurgie verfügt. Wann der richtige Zeitpunkt für die Behandlung gekommen ist, hängt neben objektiven Faktoren auch vom subjektiven Grad der Beeinträchtigung ab, welche die Einschränkung des Sehvermögens für den Betroffenen bedeutet.

Die Behandlung gehört heute zu den am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffen überhaupt – über eine halbe Million Menschen werden in Deutschland Jahr für Jahr am Grauen Star operiert. Der Eingriff wird ambulant und in Lokalanästhesie durchgeführt und nimmt lediglich 15 – 20 Minuten in Anspruch. Der Patient kann schon kurz nach dem Eingriff nach Hause gehen.

Bei dem Eingriff wird die erkrankte Linse über einen winzigen Schnitt in der Hornhaut mittels Hochfrequenz-Ultraschall in kleine Fragmente zerteilt. Linsenkapsel und zugehörige Strukturen bleiben bei diesem Vorgang, der sich Phakoemulsifikation nennt, in der Regel vollständig erhalten. Anschließend werden die Partikel schonend abgesaugt und die Kunstlinse wird platziert. Ein weiteres hochmodernes Verfahren ist die computergestützte Behandlung mit Hilfe des Femtosekundenlaser. Hier übernehmen die Lichtimpulse des Lasers die Operationsschritte und ersetzen Skalpell und Ultraschall.

Mitunter kann sich nach einiger Zeit die natürliche Linsenkapsel eintrüben, in der die künstliche Linse ruht. Dieser "Nachstar" kann durch einen unkomplizierten schmerzfreien Lasereingriff korrigiert werden. 

Das sagen unsere Patienten

Die Linsentypen

Die Auswahl der künstlichen Intraokularlinsen will gut überlegt sein, denn sie entscheiden über die künftige Sehkraft des Patienten. Hier steht uns ein breites Spektrum zur Verfügung – von der Standard-Monofokallinse (Einstärkenlinse) bis hin zur Hightech-Linse mit Zusatzfunktionen. Die sogenannten Premium Intraokularlinsen vermögen auch spezielle Sehfehler und Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) zu korrigieren und können das Tragen einer Brille weitgehend überflüssig machen.

Monofokallinsen besitzen einen Schutzfilter für UV-Licht und können Kurz- und Weitsichtigkeit ausgleichen. Sie bieten meist einen guten Sehkomfort. Die Kosten für Standardlinsen werden von den Krankenkassen übernommen. Bei speziellen Linsen ist eine Kostenbeteiligung des Patienten erforderlich.

Im Gegensatz zu Standardlinsen sind multifokale Intraokularlinsen (Mehrstärkenlinsen) in der Lage, für ein deutlich verbessertes Nahsehvermögen bei Altersfehlsichtigkeit und bestimmten anderen Sehfehlern zu sorgen. Sie können in bestimmten Situationen mittels unterschiedlicher Brennpunkte gutes Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglichen. Andere wieder optimieren das Sehen in der Nacht und das Kontrastsehen (asphärische Linsen) oder verbessern die Sicht in die Ferne – etwa beim Autofahren oder Fernsehen (torische Linsen). Sogenannte pseudoakkommodative Linsen sollen das stufenlose scharfe Sehen in allen Entfernungen möglich machen. Allerdings können sie diesem Anspruch derzeit noch nicht gerecht werden und sind daher nur eingeschränkt zu empfehlen. Gelbe Blaulichtfilterlinsen wiederum besitzen einen zusätzlichen Schutzfilter gegen kurzwelliges Licht.

Welche Linse die bestmögliche Lösung für Ihr Sehproblem bietet, wird Prof. Dr. Kernt im Vorfeld eingehend mit Ihnen besprechen. 

Die Diagnostik

Mit bloßem Auge ist im Frühstadium der Augenerkrankung keinerlei Trübung zu erkennen – erst eine augenärztliche Untersuchung kann Gewissheit verschaffen. Eine präzise Diagnostik ist unabdingbare Voraussetzung für Planung und Durchführung des Eingriffs. Dazu stehen Prof. Dr. Marcus Kernt neben der allgemeinen Augenuntersuchung an der Spaltlampe auch hochmoderne Diagnostikverfahren zur Verfügung. Die 3D-Katarakt-Analyse mittels "Scheimpflug-Imaging" ist eine moderne und zuverlässigste Möglichkeit, den vorderen Augenabschnitt zu untersuchen. Mit dem innovativen Verfahren lassen sich Hornhaut, Regenbogenhaut und Linse sowie die vordere Augenkammer optimal darstellen. Eine topografische Analyse der Hornhautflächen erlaubt die dreidimensionale Vermessung der Hornhaut, die Vorderabschnitts-Optische-Kohärenztomographie (OCT) untersucht auch die Augenlinse und gibt Aufschluss über die Ausprägung der Linsentrübung. Zur exakten Vermessung der künstlichen Linse dient die optische Biometrie. Im Gegensatz zum Standard-Ultraschallverfahren erfolgt die Messung berührungsfrei und erfordert keine Lokalanästhesie.

Sie haben noch Fragen zur Operation des Grauen Stars? Kontaktieren Sie uns unter ☎ 089 217 687 02 – wir beraten Sie gerne!